MGV "Eintracht" 1912 Altneudorf e.V.

Singen tu ich gern allein - viel schöner ist´s im Gsangsverein!

Am 11.08.1912 haben sich 28 Männer, vornehmlich Mitglieder des evangelischen Kirchenchors, versammelt um einen Männergesangverein ins Leben zu rufen. Zu­rückzuführen ist diese Vereinsgründung auf den Wunsch der männlichen Mitglieder des Kirchenchors auch Männerchöre einzuüben. Der dem Verein bei der Gründungsversammlung gegebene Namen wurde bis heute beibehalten. Die Verwal­tung des Vereins setzte sich aus folgenden Personen zusammen:

1.     Vorsitzender: Jakob Schmitt

2.     Vorsitzender und Schriftführer: Adam Herbig I

Rechner: Adam Gugau

Beiräte: Adam Rein, Georg Herbig, Nikolaus Rein

Zum Dirigenten wurde Karl Bernauer gewählt.

Für das Jahr 1913 verzeichnet die Vereinschronik einen Bestand von 35 aktiven und zehn passiven Mitgliedern. Zu Beginn des Jahres 1914 hatte Philipp Laier die Lei­tung des Vereins übernommen und unter Leitung von Lehrer Köhler nahm die eif­rige Sängerschar erstmals an einem Sängerwettstreit in Schönau teil. Darüber hin­aus hat der Verein an allen kulturellen Anlässen der Gemeinde und den Veranstaltungen der damals bestehenden Vereinen, Radfahrerverein, Turnverein und des evangelischen Kirchenchors mitgewirkt.

Mit Beginn des 1. Weltkrieges kam das Vereinsleben durch die hohe Zahl der Kriegsteilnehmer vollkommen zum Erliegen. Unter den 20 Opfern dieses Krieges be­fanden sich zahlreiche Aktive, darunter auch Dirigent Köhler. In den Jahren 1919/20 verzeichnet der damalige Schriftführer des Vereins einen häufigen Wech­sel der Chorleiter. So finden wir die Namen der Lehrer Nagel, Kraft, Jörder aus Ei­terbach und Lehrer Rappmann.

Am 21. Mai 1922 beging der Verein sein zehnjähriges Jubiläum, verbunden mit der Weihe der ersten Fahne. An diesem bedeutenden Ereignis der Vereinsgeschichte be­teiligten sich 15 benachbarte Vereine. Noch im gleichen Jahr nahmen die Sänger an drei auswärtigen Sängerfesten mit Erfolg teil.

Mit dem 18. Oktober 1922 übernahm Jakob Schmitt die Chorleitung um diese fast fünf Jahrzehnte beizubehalten. Die Inflationsjahre 1922/24 zeigen groteske Ent­wicklungen in der Kassenführung. Man findet in kurzer Zeitfolge Erhöhungen der Mitgliedsbeiträge, die schließlich in einem Monatsbeitrag von einer Million Mark gip­felten. Am 15. August 1925 übernahm Adam Herbig die Leitung des Vereins um den Vorsitz bereits Anfang 1927 an Adam Rein abzugeben. In seine Amtszeit fiel das am  

29./30.Mai abgehaltene 25-jährige Stiftungsfest, unter Beteiligung von zehn aus­wärti­gen Verei­nen.

Zu Beginn des Jahres 1940 wurde Wilhelm Reinhard zum Vereinsvorsitzenden ge­wählt. Nachdem der Verein in den ersten beiden Jahren des zweiten Weltkrieges noch seine kulturellen Aufgaben erfüllen konnte, wurde durch die laufende Einberu­fung von Sängern, schließlich standen 29 Aktive im Feld, die Abhaltung von Sing­stunden unmöglich. Aus diesem Krieg kehrten 73 junge Männer nicht mehr zurück, darunter eine große Anzahl Vereinsmitglieder.

Nach Kriegsende wurden sämtliche Vereine von der Militärregierung verboten und deren Vermögen beschlagnahmt. Vorstand Wilhelm Reinhard setzte sich, nachdem er inzwischen zum Bürgermeister bestellt war, für die Wiederzulassung unseres Vereins ein, welche schließlich am 1. Juni 1946 erfolgte. Im gleichen Jahr ging die Vereinsführung in die Hände von Le­onhard Laier über, die er bis Ende 1953 inne­hatte.

Am 24./25. Mai 1952 fand das 40-jährige Jubiläumsfest statt, unter Beteiligung von 17 Verei­nen. In den folgenden Jahren nahm der Verein einen enormen Aufschwung. Dirigent Jakob Schmitt konnte mit oft 40 und mehr Sängern schöne Erfolge auf zahl­reichen Sängerwett­strei­ten erzielen. Die Vereins­führung lag in den Jahren 1954 bis 1961 in den Händen von Karl Rehberger. Im Anschluss daran übernahm Wilhelm Rein­hard den Vorsitz. Unter seiner Regie wurde am 14./16. Juli 1962 das 50-jäh­rige Jubiläums­fest veranstaltet. Die Teilnahme von 22 auswärtigen Vereinen und der noch gute fi­nanzielle Erfolg konnten über die äußerst schlechten Witterungsverhält­nis­se, unter denen das Fest stand, hinweg­trösten.

Am 06. Januar 1964 übergab Vorstand Wilhelm Reinhard die Vereinsleitung in die Hände von Karl-Heinz Laier. In Würdigung seiner Verdienste wurde Wilhelm Rein­hard zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Ab Januar 1966 bis 1968 lenkte Bürger­meis­ter Jakob Layer die Geschicke des Vereins. Danach übergab er dieses Amt an den bisherigen zweiten Vorsitzenden Ludwig Pösl um den Vorsitz im Bezirk Stei­nachtal des kurpfälzischen Sängerkreises Heidelberg zu übernehmen.

Im Jahre 1968 bat Chorleiter Jakob Schmitt die Vereinsleitung aus Gesund­heits­grün­den einen jüngeren Dirigenten zu verpflichten. Unter verschiedenen Be­wer­bern wurde Alfons Burkhardt zum Nachfolger bestellt. Dem scheidenden Chor­leiter Jakob Schmitt wurde anlässlich der Weihnachtsfeier für seine großen Ver­dienste um den Chorgesang und insbesondere um unseren Verein, dem er über 46 Jahre sei­nes Lebens mit großem persönlichen Einsatz widmete, die gebührende Eh­rung zu­teil. Mit der Ernennung zum Ehrendirigenten und der Über­gabe eines Ge­schenkes durch den Vorstand und die weiteren Glückwünsche und Eh­rengaben des Sängerbun­des, des Sängerkreises und Sängerbezirks konnte nur ein kleiner Teil der Dankes­schuld für jahrzehntelanges Wirken für den Chorgesang ab­getragen werden. Wir wünschten, dass unser Ehrendirigent noch recht lange in un­serer Mitte weilen und sich des Lieds erfreuen möge.

Zu Beginn des Jahres 1970 übergab Ludwig Pösl den Vereinsvorsitz an Hans Krämer jr. Unter seiner Führung und der bewährten Stabführung des Chorleiters Alfons Burkhardt entwickelten unsere Sänger großen Eifer und stellten ihren hohen Leis­tungsstand bei zahlreichen Sängerfesten mit steigendem Erfolg unter Beweis. Die verstärkte Aktivität zeigte sich nicht nur in der Teilnahme an drei bis vier Sänger­wettstreiten innerhalb eines Jahres, sondern auch in der Pflege der Freundschaft zu den Nachbarvereinen und der Kameradschaft unter den aktiven und passiven Mit­gliedern. So wurden durch die Veranstaltung von eigenen Liederabenden und die Teil­nahme an solchen der benachbarter Vereine die guten Beziehungen gepflegt und vertieft. Darüber hinaus fanden alljährlich nach Abschluss des Sängerjahres ak­tive und passive Mitglieder mit ihren Familien zusammen, um bei Gesang, Tanz und Unterhaltung auch die Kameradschaft innerhalb der inzwischen auf 140 Mitglieder angewachsenen Sängerfamilie zu pflegen.

Im Jahre 1972 feierten wir das 60-jährige Jubiläum verbunden mit einem Punkt­wertungs- Prädikat-, Höchsten Ehren- und Freundschaftssingen. An dem Wertungs­sin­gen nahmen 20 Vereine mit ca. 890 Sängern teil. Zum Freundschaftssingen kamen 19 Vereine mit ca. 525 Sängern. Nach dem Wertungssingen fand ein gro­ßer Festzug mit 36 Gruppen statt. Zu diesem Zeitpunkt sangen im Männerchor 34 Sänger.

Im Ju­biläumsjahr nahmen wir noch an sechs Wertungssingen teil mit hervor­ragen­den Er­gebnissen. Anlässlich seines 70. Geburtstages am 17. März 1972 wurde Rektor i. R. Fritz Bär in Würdigung seiner jahrzehntelangen Treue und Unterstützung als Vertreter unseres Chorleiters zum Ehrenmitglied ernannt.  

In den 70-iger und 80-iger Jahren war die Blütezeit unseres Männerchores. Wir nah­men jährlich an fünf bis sechs Wertungssingen teil. Dank der hervorragenden Arbeit unseres Dirigenten Musikdirektor Alfons Burkhardt erhielten wir meist den ersten Klassenpreis und mehrfach die „Kleine Tagesbestleistung“. Diese vielen Erfolge füg­ten den Männerchor zu einer festen Gemeinschaft zusammen, was auch in den vie­len Mehrtagesausflügen seinen Ausdruck fand. Unser erster Mehrtagesausflug führte uns 1973 nach St. Johann in Tirol. Es folgten Ausflüge nach St. Ulrich in Südtirol, nach Inzell in Oberbayern, nach Lustenau in Österreich, in die Wachau und nach Wien, nach Bodensdorf an den Ossiacher See in Kärnten, nach Isny, nach Ellmau in Tirol und an den Lago Maggiore. In dieser Zeit zählte unser Chor zeitweise mehr als 40 Sänger.

Aus Anlass des 65-jährigen Bestehens unseres Vereins im Jahre 1977 fand in der Festhalle am fünften und sechsten März in Schönau ein Freundschaftssingen statt, an dem 14 befreundete Chöre teilnahmen. Im Herbst des gleichen Jahres war ein Konzertabend in der Sporthalle Altneudorf, der vom Männerquartett „Heidelberger Schlossspatzen“ und uns unter Leitung von Alfons Burkhardt gestaltet wurde. Daneben wurden 67 Mitglieder für langjährige Treue zu unserem Verein geehrt.

Am 10. Oktober 1978 fand aus Anlass des 10-jährigen Dirigentenjubiläums von Chor­direk­tor Alfons Burkhardt bei der „Eintracht“ Altneudorf in der hiesigen Sport­halle ein Jubiläumskonzert statt. Karlheinz Happes würdigte in seiner Laudatio die gro­ßen Verdienste, die sich Chorleiter Burkhardt um den Chorgesang und insbeson­dere um unseren Verein erworben hat. Er hat im abgelaufenen Jahrzehnt unseren Chor auf hohen Leistungsstand gebracht und durch sein großes Engagement zu im­mer neuen Höchstleistungen geführt. Mit Glückwünschen und Jubiläumsgeschenken dankten Vorsitzender Krämer, Kreisvorsitzender Hornung und Bezirksvorsitzender Layer dem Jubilar für seinen mit großem Idealismus gepaarten Fleiß in zahlreichen Vereinen und als Bezirkschorleiter.

Vom 03. bis 06. September 1982 feierten wir das 70-jährige Bestehen unseres Ver­eins mit Prädikat-, Punktwertungs-, Volksliederwertungs- und Freundschafts­singen. Daran beteiligten sich 58 Vereine mit ca. 2000 Sängerinnen Sängern, die teilweise hervorragenden Chorgesang darboten. Auch wenn zum Abschluss dieses Festes der bei Jubiläumsfeiern des MGV „Eintracht“ Altneudorf schon obligatori­sche Regen ein­setzte, konnte das der guten Stimmung und dem nachhaltigen Ein­druck, den die­ses Fest bei den Besuchern hinterlassen hatte, keinen Abbruch tun.

Im Jahre 1983 wurde unserem Chorleiter Alfons Burkhardt eine besondere Ehrung zuteil. Vom Fachverband Deutscher Berufschorleiter wurde ihm der Titel „Musikdi­rektor FDB“ verliehen.

Vom 19. bis 22. Juni 1987 feierten wir das 75-jährige Bestehen unseres Vereins mit einem Prädikat-, Punktwertungs- und Freundschaftssingen. Daran beteiligten sich 49 Vereine mit ca. 2250 Sängerinnen und Sänger, die wiederum überwiegend her­vor­ragen­den Chorgesang darboten. Unser Chor zählte damals 38 Sänger und erhielt vom Deutschen Sängerbund eine Ehrenurkunde mit folgendem Wortlaut:

Anlässlich des 75-jährigen Bestehens verleihen wir unserem Bundesverein MGV „Ein­tracht“ Altneudorf e. V. diese Ehrenurkunde. Wir verbinden damit unseren Dank für seine Leistungen im Dienste der Chorpflege. Möge der Chor auch in Zu­kunft für die deutsche Kultur erfolgreich tätig sein.

Köln, den 19. Juni 1987

Das Präsidium

Engelmann, Präsident

Ein Festzug mit 34 Gruppen sowie ein „Eintracht-Abend“ waren weitere Glanz­punk­te unseres 75-jährigen Jubiläums.

Im Hinblick auf dieses Fest galt unser besonderer Dank unserem Chorleiter Alfons Burkhardt. Wir wünschten, dass er uns noch lange als Chorleiter erhalten bleiben möge.

Aus Anlass des 20-jährigen Chorleiterjubiläums unseres Dirigenten veranstalteten wir am 18. März 1989 gemeinsam mit den „Heidelberger Schlossspatzen“ ein Kon­zert in der Sporthalle Altneudorf.

In den 90-iger Jahren setzte sich die Erfolgsbilanz des Männerchors fort.

Eine Sternstunde unseres Vereins war das Sommerfest des MGV am 29. Juni 1991. Am späten Abend, in geselliger Runde, hatte unser damaliger Vize-Chorleiter Frank Ewald die Idee einen Frauenchor zu gründen. Spontan meldeten sich 26 Frauen, die diesen Vorschlag aufnahmen und sicherten ihre Mitwirkung zu. Die erste Singstunde mit 28 Frauen fand am 29. August 1991 unter Leitung von Frank Ewald statt.

In der Zeit vom 16. bis 18. Oktober 1992 feierten wir unseren 80-igsten Geburtstag mit einem Freundschaftssingen in der Sporthalle Altneudorf. Es beteiligten sich 21 Chöre, darunter der MGV Bodensdorf aus Kärnten. Zum Abschluss des Jubiläumsjah­res luden wir zu einem Chor- und Solistenkonzert ein, an dem sich zum ersten Mal unser neu gegründeter Frauenchor beteiligte. Erstaunlich war das hohe Leistungsni­veau des Frauenchors innerhalb eines Jahres.

Am 28. November 1993 fand das Jubiläumskonzert „25 Jahre Chorleiter Alfons Burkhardt“ statt. Dieses Konzert wurde von allen 11 Burkhardt - Chören sowie von Solisten und Musikern des Nationaltheaters Mannheim in der Stadthalle Heidelberg gestaltet. Es war sicherlich der Höhepunkt des Vereinsjahres 1993. Die Rhein–Ne­ckar–Zeitung vom 30. November 1993 überschrieb ihren Bericht mit den Worten „Exquisite Leistungen in hochkarätigem Konzert“.

Bei der Winterfeier 1994 wurde Musikdirektor Alfons Burkhardt für 25 Jahre Chor­leiter in Altneudorf gewürdigt und geehrt. Der 1. Vorsitzende Hans Krämer betonte in seiner Laudatio unter anderem ...was war und ist der Grund dieser Entwicklung? Es ist Dein unermüdlicher Fleiß, Dein mitreißendes und begeisterndes Engagement und vor allem Dein eiserner Wille gesetzte Ziele zu erreichen. Du warst selten zu­frieden mit dem, was wir zum Besten gaben. Immer konnte noch etwas verbessert werden. Deine unermüdliche Schaffenskraft, Dein Geschick, Deine Geduld und Aus­dauer beim Einstudieren schwieriger Kompositionen, wie auch Deine Sorgfalt beim Erlernen einfacher Sätze haben uns gemeinsam auf diesen erfolgreichen Weg ge­führt ...sondern vor allem Dein kameradschaftliches Verhältnis zu uns Sängern ...Du stehst nicht über uns, sondern immer auf Augenhöhe, Du verstehst es immer uns trotz mancher Schwierigkeiten zu motivieren und uns zu Höchstleistungen anzu­spornen. Wenn wir mit Dir auf der Bühne stehen, so springt ein Funke über. Deine Vorstellung von der Gestaltung eines Chorwerkes kommt herüber, kommt an und treibt uns gerade dann, wenn es darauf ankommt, zu Höchstleistungen.

1994 nahm der Frauenchor zum ersten Mal an drei Wertungssingen teil. Die fast 50 Damen erreichten zwei Mal den ersten Platz und einmal den zweiten Platz dank der hervorragenden Chorarbeit unseres Chorleiters Frank Ewald.

Am 26. April 1994 kam es zur Gründung eines Kinder- und Jugendchors. Die Chorlei­terin Gabriele Stadler, die auch Vizedirigentin des Frauen- und Männerchors war, konnte in der ersten Singstunde 20 Kinder begrüßen.

Bei der Winterfeier 1995 wurde Hans Krämer für „25 Jahre 1. Vorsitzender“ geehrt. In seiner Laudatio sagte Günter Ehrhard u. a. ...dass die Festveranstaltungen her­vorragend organisiert waren und harmonisch verlaufen sind. Das war zum großen Teil der Verdienst von Hans Krämer.

In der Jahreshauptversammlung am 30. März 1996 legte Hans Krämer nach 26 Jah­ren sein Amt als 1. Vorsitzender nieder. In Würdigung seiner Verdienste für unseren Verein und den Chorgesang wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Als sein Nach­folger wurde einstimmig Klaus Kugel gewählt. Hans Krämer blieb als Beisitzer im Vorstand. In einer kurzen Ansprache an seinen Nachfolger und die Versammlung sagte Hans Krämer folgendes: Lieber Klaus, bevor ich die Leitung der Sitzung an Dich  

übertrage möchte ich Dir für Deine Bereitschaft das Amt des 1. Vorsitzender zu übernehmen ganz herzlich danken. Danken möchte ich aber auch all denen die mich in den 27 Jahren meiner Tätigkeit als zweiter und erster Vorsitzender konstruktiv begleitet und durch viele Anregungen im Sinne unseres Vereins unterstützt haben. Dabei habe ich uns immer als eine Mannschaft angesehen, in der jeder bestimmte Aufgaben übernimmt damit das Ganze gelingt.

Liebe Sängerinnen und Sänger, ich möchte heute einige Punkte nennen, die mir wichtig waren und wichtig sind:

1.     Ich singe, weil mir das Singen Spaß und Freude bereitet und weil es meinem Leben Inhalt gibt, aber es ist nicht alles, es gibt noch viel mehr.

2.     Ich betrachte das Singen als eine Freizeitbeschäftigung für viele, die daran Interesse haben; ich kann niemand dazu zwingen. Wenn ich dazu gehören will, dann betrachte ich es als Achtung gegenüber der Gemeinschaft regelmäßig an Singstunden und anderen Veranstaltungen und Auftritten teil zu nehmen.

3.     Unsere Feste bedeuten für mich Freude am gemeinsamen erleben. Im Vor­dergrund steht nicht der wirtschaftliche Erfolg, sondern die Gemeinschaft der Menschen.

4.     Das erwirtschaftete Ergebnis ist nur Mittel zum Zweck, nicht Selbstzweck. Es dient nur zur Ermöglichung unseres gemeinsamen Tuns.

5.     Ich schaue nicht durch die so genannte „Vereinsbrille“ auf die Anderen, son­dern ich weiß, dass es viele Interessen gibt, die ich achte...

Und so wünsche ich unserer singenden Gemeinschaft für die Zukunft alles Gute, er­folgreiches Singen, vor allem aber Freude und Spaß und viel gegenseitiges Ver­ständnis und gegenseitige Achtung. Bei der gleichen Sitzung wurde auch eine neue Satzung verabschiedet.

Aus Anlass des fünfjährigen Bestehens unseres Frauenchors fand am 3. November 1996 ein Chor- und Solistenkonzert statt. Mitwirkende: Rolf Krämer, Bariton, Daniel Helfrich, Klavier, Frauenchor unter der Leitung von Frank Ewald und der Männer­chor unter der Leitung von Alfons Burkhardt. Von allen Mitwirkenden wurde ein  hervorragender Gesang dargeboten, der die vielen Zuhörer begeisterte. Bemerkens­wert waren die Lieder des Frauenchors deren 40 Sängerinnen ein hohes Leistungsni­veau bestätigten.

In der Folgezeit nahmen beide Chorgruppen weiterhin an vielen Wertungssingen teil mit sehr guten Ergebnissen.

Am 26. Februar 1998 feierte Alfons Burkhardt seinen 50-igsten Geburtstag im Bür­gerhaus in Heddesheim. Anlässlich dieses Geburtstages erhielt Alfons Burkhardt aus  

der Hand von Philipp Krämer, Bürgermeister der Stadt Schönau, die „Landesehren­nadel“ des Landes Baden- Württemberg. Im Auftrag der Chorgemein­schaft Burk­hardt gratulierte unser Ehrenvorsitzender Hans Krämer Alfons Burkhardt zu seinem Geburtstag und zur Verleihung der Landesehrennadel. Er wünschte dem Jubilar für seinen weiteren Lebensweg alles Gute, Gesundheit, Freude an seiner Be­rufung und Spaß an der Arbeit mit uns Sängern. In der anschließenden Laudatio ehrte und würdigte er den Jubilar.

Mit der Aufführung „Tabaluga und Lilli“ am 23. Oktober 1999 feierte der Kinder- und Jugendchor sein 5-jähriges Bestehen.

Trotz der guten Wünsche zu seinem 50-igsten Geburtstag erkrankte unser Chorleiter im Jahre 1999 an einer schweren unheilbaren Krankheit. Infolge dieser Krankheit konnte er zu Beginn des Jahres 2000 die Dirigententätigkeit nicht mehr fortsetzen. Dankenswerterweise übernahm diese Aufgabe der Chorleiter des Frauenchors Frank Ewald, leider nur bis zur Sommerpause. Ab September 2000 konnten wir als Nach­folger Harald Eck als Chorleiter des Männerchors verpflichten.

Am 22. Oktober 2000 trafen wir uns im Vereinslokal „Deutscher Kaiser“ um Ab­schied zu nehmen von unserem langjährigen Chorleiter Musikdirektor Alfons Burk­hardt. Unser Ehrenvorsitzender erinnerte in seiner Laudatio an die gemeinsamen Wege in den letzten 32 Jahren. Danach ernannte unser 1. Vorsitzender Klaus Kugel Alfons Burkhardt zum Ehrenmitglied und Ehrenchorleiter unseres Vereins. In seiner anschließenden Rede ließ Alfons Burkhardt noch einmal einige Ereignisse der ver­gangenen Jahre „Revue passieren“ und stellte noch einmal seine Verbundenheit zu den Sängern und dem Verein hervor. Ganz besonders stolz war er auf seinen “Zög­ling“ Frank Ewald, dem Leiter unseres Frauenchors, der sich bereits über unseren Raum hinaus einen Namen als erfolgreicher Chorleiter gemacht hat. Seinem Nach­folger am Dirigentenpult, Harald Eck, wünschte er für die kommenden Jahre viel Glück und Freude an der Chorarbeit. So mancher Anwesende konnte die tiefe Ergrif­fenheit spüren, die der Abschied unseres Chorleiters Alfons Burkhardt mit sich brachte.

Nur ein paar Wochen später, am 8. Dezember 2000 vernahmen wir mit Bestürzung, tiefer Trauer und unermesslichem Schmerz die Nachricht vom Tod unseres Ehrenchorleiters. Er hatte den Kampf gegen seine Krankheit verloren. Am Freitag, den 15. Dezember 2000 mussten wir von Alfons Burkhardt für immer Abschied nehmen. In der Trauer­rede, die unser Ehrenvorsitzender im Namen der Chorgemeinschaft hielt betonte er u. a. nochmals:  ...Durch seinen unermüdlichen Fleiß, sein mitreißendes und be­geisterndes Engagement und vor allem seinen eisernen Willen gesetzte Ziele zu er­reichen und hervorragenden Chorgesang zu bieten hat er sich in unserer Region und  

weit darüber hinaus sehr schnell bemerkbar gemacht und ist zu einer ihrer schil­lerndsten Persönlichkeit geworden. So ging das Jahr 2000 in tiefer Trauer zu Ende.

Bei der Jahreshauptversammlung am 17. März 2001 trat unser 1. Vorsitzender Klaus Kugel von seinem Amt zurück. Zu seinem Nachfolger wurde unser Ehrenvorsitzender Hans Krämer einstimmig gewählt.

Im Jahre 2001 konnte unser Frauenchor auf sein 10-jähriges Bestehen zurück bli­cken und Frank Ewald auf zehn Jahre Chorleiter. Aus diesem Anlass fand am 10. No­vember 2001 ein Chor- und Solistenkonzert statt mit dem Solisten Rolf Krämer, der Pianistin Sabine Sprengler, sowie dem Frauenchor und dem Männerchor. Die Rhein-Neckar-Zeitung bemerkte in ihrem Bericht mit der Überschrift „Begeisternde Chor­vorträge beim Jubiläumskonzert: ...Mit gefühlvoll inszenierten Decrescendos und Crescendos setzte man gleich zu Beginn des Liederabends Akzente ...Es gelang wie­der einmal, ein musikalisches Highlight zu setzen ...stimmungsvolle Phrasierungen zu setzen und die Zuschauer in das Reich der Sinne zu entführen ...sorgte der Män­nerchor für „Gänsehautfeeling“ bei manchem Zuhörer ...was jetzt folgte war Mu­sikgenuss pur. Mit „Exodus“, „Glory Halleluja“, „Time to say goodbye“, „Conquest of Paradise“ und zu guter Letzt „Jerusalem“ mit dem Chorsolisten Rolf Krämer ließ das Publikum begeisternd applaudieren. Zwischendurch würdigte die Geschäfts­führe­rin des Frauenchors, Karoline Rehberger, den Chorleiter Frank Ewald mit ihrer Laudatio. Unter anderem sagte sie: ...Als junger, dynamischer Chorleiter voller Ehr­geiz hattest Du von Anfang an stets Deine Ziele vor Augen. So war es doch erstaun­lich, dass der Frauenchor nach nur 20 Singstunden im Januar 1992 bei der Winter­feier sein Können unter Beweis stellen konnte...

Leider beendete Frank Ewald mit diesem Konzert seine Chorleitertätigkeit beim Frauenchor. Sein Nachfolger wurde Harald Eck. Zum Jahresende 2001 musste der 1994 gegründete Kinder- und Jugendchor auf Grund mangelhafter Beteiligung seine Tätigkeit einstellen.

Vom 07. bis 09. Juni 2002 feierten wir unseren 90-igsten Geburtstag in einem gro­ßen Festzelt in Altneudorf. Zum Freundschaftssingen kamen 76 Vereine mit ca. 2500 Sängerinnen und Sänger. In seiner Begrüßungsansprache dankte der 1. Vorsitzende der Bevölkerung für deren Mitwirkung. „Wenn man durch unser Dorf fährt merkte man: hier wird ein Fest gefeiert“. Die RNZ schrieb unter der Überschrift „Lebens­frohe und unvergessliche Stunden“ unter anderem ...Bürgermeister Philipp Krämer hielt als Festpräsident die Festansprache, in der er die Verdienste des Ver­eins und seiner Mitglieder in den Mittelpunkt stellte. Ein Verein, der in „zahllosen Konzerten verzaubert und begeistert und mit seinen geselligen Veranstaltungen ein Garant für lebensfrohe und unvergesslichen Stunden ist“ sagte der Bürgermeister anerkennend und hob die „90 Jahre, in denen dieser Verein mit seinen unzähligen und ebenso un­ver­zicht­ba­ren Beiträgen unserem Gemeinschaftsleben zur Verfügung“ hervor. Insbe­sondere dankte er dem 1. Vorsitzenden Hans Krämer und dessen Ehe­frau Annemarie sowie der Geschäftsführerin des Frauenchors Karoline Rehberger...  

Im Jahre 2002 sangen in beiden Chören zusammen 79 Sängerinnen und Sänger.

Zum krönenden Höhepunkt und Abschluss der Feierlichkeiten anlässlich unseres 90-igsten Geburtstages gastierte das russische Vokalensemble „Lyra“ aus St. Peters­burg am 15. Oktober in unserer festlich geschmückten Sporthalle. Die RNZ schrieb damals unter der Überschrift „Zuhörer restlos in ihren Bann gezogen“ unter ande­rem ...verstanden es die Stimmvirtuosen aus Russland die Zuhörer restlos in ihren Bann zu ziehen. Aus der Turnhalle wurde ein wahrhafter Konzertsaal... Der Chor und die Solisten boten die religiösen Gesänge der orthodoxen Kirche genauso über­zeugend wie die Werke weniger bekannter Komponisten aus dem 18. bis 20. Jahr­hundert dar ...Das Vokalensemble schaffte es bei jedem Auftritt zu begeistern ...Wo sie auch auftraten - das Publikum ist überwältigt und dankt mit stehenden Ovationen. Ohne eine Zugabe kamen sie auch nicht bei den schwer beeindruckten Odenwäldern, die gar nicht mehr aufhören wollten zu klatschen, nicht von der Bühne.

Mitte des Jahres 2003 kam es zu Differenzen zwischen dem Chorleiter und der Ver­einsführung. Harald Eck kündigte mit sofortiger Wirkung seine Tätigkeit in Altneu­dorf.  

Auf der Suche nach einem neuen Chorleiter waren wir sehr bald fündig. Im August 2003 verpflichteten wir den Musikdirektor Klaus Siefert aus Horrenberg nach einer Probesingstunde.

Nach dem Sängerfest 2002 ging die Teilnahme an Wertungssingen zurück. Ebenso wurde auch die Zahl der Sängerinnen und Sänger bedingt durch Krankheit, Umzug und Tod, aber auch durch Desinteresse und fehlende Motivation rückläufig. Bei un­serem 95-igjährigen Jubiläum waren wir noch 30 Sängerinnen und 25 Sänger.

Im April 2004 ist ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung gegangen, nämlich ein ei­genes Zelt für unser Mai- und Sommerfest zu haben. So konnten wir nach fünf Jah­ren wieder zu einem Sommerfest einladen.

Das Jahr 2005 war weitgehend von der „ 650-Jahrfeier Altneudorf“ geprägt. An der Durchführung dieses Festes waren sehr viele Sängerinnen und Sänger aktiv beteiligt. Zum Abschluss dieses Jubiläums fand am 04. Dezember ein Adventskonzert statt, das vom Kirchenchor sowie vom Frauen- und Männerchor unseres Vereins gestaltet wurde. Unter der Überschrift „Gänsehaut war hier garantiert“ bemerkte die RNZ u. a. ...Unter der musikalischen Leitung von Ernst Kratzert und Klaus Siefert schwan­gen sich die Sängerinnen und Sänger zu wahren stimmlichen Höchst­leis­tungen auf. Glänzte der MGV bereits zu Beginn des Konzerts mit Gänsehaut er­zeu­genden Gos­pelsongs wie „Swing low, sweet chariot“ oder „ Good news“, so setzte der Kirchen­chor mit seiner Darbietung schöner weihnachtlicher Weisen noch einen drauf. Mit „Hosianna Davids Sohn“, dem beschwingten “Let my light shine bright“ oder dem faszinierenden „Andachtsjodler“ gewann der Chor im Hand­umdrehen die Herzen der Zuhörer. Den unbestrittenen Höhepunkt bildeten aber die von MGV und Kirchenchor vorgetragenen Weihnachtslieder.

Neben den jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen wie Winterfeier, Fasching, Mai- und Sommerfest besuchten wir 2006 noch drei Wertungssingen. Das Sommer­fest wurde vorerst zum letzten Mal angeboten. Bei der Jahreshauptversammlung 2006 betonte der 1. Vorsitzende Hans Krämer, dass er seine Arbeit mit der Jahres­hauptversammlung 2008 definitiv beenden werde.

Das Jahr 2007 stand im Zeichen unseres 95-jährigen Bestehens und dem zu­nehmenden Rückgang der Sängerinnen und Sänger. Um dem entgegen zu wirken wurde nach der Sommerpause eine so genannte „Schnuppersingstunde“ angeboten. Wir konnten dadurch eine Sängerin gewinnen.

Durch Vermittlung unseres Bürgermeisters Philipp Krämer konnten wir den Frauen­chor „Sensivitas“ aus Motala in Schweden engagieren, mit dem zusammen wir ein Jubiläumskonzert anboten. Unter der Überschrift „Internationales Flair beim MGV“ schrieb die RNZ unter anderem ...zog der Männer- und Frauenchor unter der musi­ka­li­schen Leitung von Klaus Siefert gleich mit den ersten Stücken die Zuhörer in seinen Bann ...zeigten so bereits mit ihrem ersten Stück „Cherokee Morning Song“, was so alles in ihnen steckt - nämlich eine große musikalische Vielfalt, gepaart mit einer erfrischend - leichten Vortragsweise ...heizten die Sängerinnen mit dem mit­reißenden “Holden“ die Stimmung an und animierten das Publikum sogleich zum Mit­klatschen ...hatten die Damen von „Sensivitas“ vollends die Herzen der Zuhörer erobert: da wurde mit geklatscht und mit gesprungen, das es eine wahre Freude war.

Absoluter Höhepunkt des Abends war der gemeinsame Auftritt von „Eintracht“ und „Sensivitas“. Mit „Hört, ihr Herrn, und lasst euch sagen“ wurde dem Publikum ein besonderes akustisches Schmankerl mit auf den Heimweg gegeben.

Mit einem Freundschaftssingen am 14. und 15. Juli 2007 wurde das 95-igste Beste­hen unseres Vereins gefeiert. Am Samstagabend und am Sonntagmorgen kamen 15 Ver­eine. Die beiden Chorgruppen nahmen 2007 am Freundschaftssingen von drei befreundeten Vereinen teil.

Das Jahr 2008 war geprägt von gravierenden Veränderungen in der Vereinsge­schichte. Bei der Jahreshauptversammlung am 15. März endete die Amtszeit des 1. Vorsitzenden Hans Krämer, der fast 40 Jahre lang die Geschicke unseres Vereins maß­geblich geführt hat. Eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger wurde zunächst nicht gefunden. Bei dieser Jahreshauptversammlung mussten wir feststellen, dass beide Chorgruppen alleine nicht mehr singfähig sind. Ab sofort wurde nur noch als ge­mischter Chor geprobt und aufgetreten. Damit entfielen für den bisherigen Chorlei­ter MD Klaus Siefert die Voraussetzungen. Er bat uns nach einem anderen Dirigenten Ausschau zu halten.

Nach einer Probesingstunde mit Ernst Kratzert und Thomas Reisig entschieden wir uns für Musikdirektor Ernst Kratzert, der bei uns auch Mitglied ist und der seine musikalische Laufbahn bei uns als Sänger begonnen hat. Ab September 2008 führt er bei uns den Dirigentenstab. Zuvor hatten wir unter Leitung von Klaus Siefert noch ein Chorkonzert mit dem „Motala Kammarkör“ aus Schweden in der evangelischen Kirche in Altneudorf am 29. Juni. Den Kontakt zu dem schwedischen Chor hatte wieder einmal Altbürger­meis­ter Philipp Krämer hergestellt. Die RNZ schrieb unter ihrer Überschrift: „Her­zen der Musikliebhaber schlugen höher“ unter anderem: ...um seinen Chorleiter Klaus Siefert nach fünfjähriger Zusammenarbeit zu verabschieden ...Den Auftakt machte der gemischte Chor der „Eintracht“ Altneudorf mit wohlklingenden Bearbei­tungen geistlicher Lieder ...Der „Eintracht-Chor“ zeigte sich sehr gut vorbereitet ...beschwingt und fröhlich zogen die 35 schwedischen Sängerinnen und Sänger mit „Trila“, einem Volkslied ihres Heimatlandes in den Altarraum ein  ...alle in A - cap­pella - Sätzen, überzeugten sie zu Beginn ihres Auftritts und ließen dann mit Wer­ken aus aller Welt das Herz eines jeden Musikliebhabers höher schlagen ...wie auch Altbürgermeister Philipp Krämer in seinem kurzen Grußwort sagte: Musik ist die Sprache der Welt ...Das Ergebnis: tolle und farbenreiche Volksmusik  ...höchst an­spruchsvolle Chormusik wurde mit Leichtigkeit vorgetragen ...den „Motala - Kam­markör“ darf man zu den europäischen Spitzenchören zählen ...„Diese andere Art Chorgesang“ hat auch Bürgermeister Marcus Zeitler gut gefallen.

In der letzten Singstunde vor den Sommerferien am 17. Juli 2008 haben wir unseren bisherigen Chorleiter Musikdirektor Klaus Siefert verabschiedet. Unser Ehrenvor­sitzender bedankte sich ganz herzlich für die 5 Jahre gemeinsamen Musi­zierens. Er bedauerte sehr, dass wir infolge fehlender Aktiven die Zusammenarbeit beenden mussten und wünschte ihm für seinen weiteren Lebensweg alles Gute.

Für den 07. November 2008 luden wir zu einer „außerordentlichen Mitgliederver­sammlung“ ein. In dieser Versammlung wurde Gabi Stadler einstimmig zur ers­ten Vor­sit­zenden gewählt. Gabi Stadler nahm die Wahl an und bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen. Der Ehrenvorsitzende Hans Krämer dankte Gabi Stadler für ihre Bereitschaft dieses Amt zu übernehmen und wünschte ihr alles Gute.

Im Jahre 2009 nahm unser gemischter Chor unter Leitung seines neuen Dirigenten Musikdirektor Ernst Kratzert an Wertungssingen in Lörzenbach, Leutershausen und Heddesheim mit sehr guten Liedvorträgen teil. Am 09. September 2009 wurde von Eva Krämer wieder ein Kinder- und Jugendchor ins Leben gerufen, der bereits am 12. Dezember 2009 beim Adventskonzert in der evangelischen Kirche in Altneudorf mitwirkte. Durch Vermittlung von Altbürgermeis­ter Philipp Krämer war wieder ein russischer Chor zu Gast, der Kna­benchor aus Dubna. Der „Wochenkurier“ schrieb unter der Überschrift: „Wenn Kon­zertbesucher den Atem anhalten“ u. a.: ...in ihrer Begrüßungsansprache dankte Gabi Stadler für den zahlreichen Besuch und hieß den Landrat des Rhein-Neckar-Kreises, Dr. Jürgen Schütz und seine Frau, herzlich willkommen ...der vor drei Mo­naten gegründete Jugendchor unter Eva Krämer eröffnete den wunderbaren Kon­zertabend mit zwei frisch vorgetragenen Liedern ...„Wenn Konzertbesucher den Atem anhalten“... hat Professor Johann J. Beichel, ein ausgewiesener Fachmann des Chorgesangs, über das vergleichbare Konzert in Bruchsal des Knabenchors geti­telt ...Wie recht er damit hatte, konnten die Besucher auch in Altneudorf nachvoll­ziehen. Da stehen 40 Kinder und tragen ein künstlerisch anspruchsvolles Konzert­pro­gramm von eineinhalb Stunden fehlerfrei und auswendig vor ...jeweils auf höchstem sängerischen Niveau meisterhaft interpretiert und vorbildlich vorge­tra­gen ...als der MGV „Eintracht“ seine Qualität mit sauber vorgetragenen Liedern nochmals beleg­te. Mit diesen und dem abschließenden „Trommellied“ zeigte sich, dass der von Ernst Kratzert engagiert geführte Chor sich auf einem guten Weg befindet ...Die Besucher werden sich kaum an ein „Halleluja“ aus Händels Messias erinnern, das leichter und lockerer gesungen wurde. Von Olga Ivanova Mirinova, der Leiterin des Chors, stammt die Hymne über „Heidelberg“, mit dem sie den Dank des Chors an den Rhein-Neckar-Kreis zum Aus­druck bringt, der seit 15 Jahren den Chö­ren aus Dubna Gastgeber ist.  ...schloss sich mit „Stille Nacht“ ein weiteres High­light an, das zunächst vom einheimischen Chor, gemeinsam mit den Besuchern ge­sungen wurde und anschließend vom Knabenchor Dubna alleine - ein weiterer Mo­ment, an dem die Besucher „den Atem anhielten“ und andächtig gerührt den Stim­men lauschten.

Bei der Jahreshauptversammlung am 20. März 2010 wurde die Satzung den verän­derten Verhältnissen angepasst und einstimmig verabschiedet. Dadurch ent­fielen die Aufgaben Geschäftsführerin Frauenchor und Geschäftsführer Män­ner­chor. Ein ganz besonderer Dank galt der scheidenden Geschäftsführerin des Frauen­cho­res, Karoline Rehberger, die diese Aufgabe 18 Jahre führte, sowie den bisheri­gen Ge­schäfts­führern des Männerchors Günter Ehrhard, Bernd Christmann, Wolfgang Ehrhard und Horst Happes.

Der gemischte Chor beteiligte sich 2010 an folgenden Vereinsjubiläen: Freund­schaftssingen in Heiligkreuzsteinach, Weinpreissingen in Dexheim/Pfalz, Freund­schafts­singen in Fahrenbach und Brombach und dem Volksliederwertungssin­gen in Waldwimmersbach.

Das Jahr 2011 stand im Zeichen der Vorbereitungen für das 100-jährige Jubiläum im Jahre 2012. Wir entschieden uns für einen „Sakralen Chorwettbewerb“ in der evan­gelischen Stadtkirche in Schönau im Zusammenhang mit einem Freundschaftssingen in der „Schönauer“ Festhalle. Daneben galt es noch an zwei Wertungssingen teil zu nehmen und ein Chorkonzert des Bezirks Steinachtal im Kurpfälzischen Sängerkreis Heidelberg in der Sporthalle Altneudorf vorzubereiten und zu organisieren.

Am Delegiertentag am 06. November 2011 meldeten sich 24 Vereine mit ca. 800 Sän­gerinnen und Sänger für den sakralen Chorwettbewerb an. Am Freundschaftssin­gen in der Festhalle nehmen 31 Vereine mit ca. 1200 Sängerinnen und Sänger teil.

Zu Beginn des Jahres 2012 sangen im gemischten Chor leider nur noch ca. 35 Sän­gerinnen und Sänger. Im Vergleich zum Jahre 2002 (79 Aktive) hat sich diese Zahl mehr als halbiert. Für die Zukunft des Chors ist es seine größte Aufgabe neue Sän­gerinnen und Sänger zu gewinnen. Unsere Hoffnung geht dabei auch in Richtung Kinder- und Jugendchöre, in denen zur Zeit 40 Aktive unter Leitung von Eva Krämer singen.

Wir hoffen und wünschen, dass unser Chorleiter Ernst Kratzert noch viele Jahre ge­meinsam mit uns musizieren kann.

Im Rückblick auf 100 Jahre Vereinsgeschichte bleibt fest zu halten, dass es ein Kommen und Gehen gab, einmal mehr oder weniger. Zwei Weltkriege mussten über­standen werden. Doch die Lücken konnten immer wieder gefüllt werden. Dank­bar dürfen wir auch dafür sein, dass wir jetzt schon mehr als sechs Jahrzehnte in Frie­den unser Kulturgut pflegen können. Wir wollen aber auch all denen danken, die in den hundert Jahren als Chorleiter, Sängerinnen und Sänger, Aktive und Pas­sive sowie als Vorstandsmitglieder sich für unseren Verein engagierten und noch en­ga­gie­ren. Ein ganz besonderer Dank gilt den Familien unseres Sängerlokals „Deut­scher Kaiser“ für ihre Gastfreundschaft.

Zum Schluss möchte ich allen Chronisten danken, insbesondere Hans Gärtner und Günter Ehrhard, auf deren Aufzeichnungen ich bei meiner Arbeit zurückgreifen konnte.

                                                                             Hans Krämer, Ehrenvorsitzender